Über mich

Erfahren Sie mehr die Töpferei Irdenwerk®

Seit über 40 Jahren schlägt mein Herz für Archäologie – und ganz besonders für die Niederrheinische Irdenware. Diese Jahrhunderte alte Töpferkunst fasziniert mich nicht nur als Historiker, sondern auch als handwerklich Interessierter, der die Verbindung von Alltagskultur und kunstvoller Keramik lebendig erleben möchte.

Meine Arbeit begann mit der Forschung und Dokumentation: Als Mitglied im Arbeitskreis Niederrheinische Irdenware (ANI), der 2009 gegründet wurde, und als ehemaliger Museumsleiter des Museums für Niederrheinische Pottbäckerkeramik im Haus Baaken in Tönisberg, lag mein Schwerpunkt immer darauf, die Geschichte und Techniken der regionalen Töpfertradition sichtbar zu machen.

In den letzten 20 Jahren habe ich bei Bauarbeiten und Bodeneingriffen in Tönisberg unzählige Keramikscherben und -fragmente gesammelt und dokumentiert. Meist handelt es sich dabei um Fehlbrandmaterial – Überbleibsel der Tönisberger Töpfer des 18. und 19. Jahrhunderts. Jeder Fund ist für mich ein kleiner Schlüssel, der die Produktionsweisen, Dekortechniken und Geschichten der damaligen Töpfer ans Licht bringt.

Doch um die Irdenware wirklich zu verstehen, wollte ich nicht nur über sie lesen – ich wollte sie anfassen, formen, glasieren. In Reuver (Limburg, Niederlande) habe ich bei Peter Hinssen in der Pottenbakkerij Trio das Drehen an der Töpferscheibe gelernt. Das Dekorieren mit dem Malhorn, Ritz- und Sgrafittotechniken und die Arbeit mit Bleiglasuren habe ich mir selbst beigebracht.

Heute verbindet sich meine Forschung mit der praktischen Erfahrung: Ich erforsche nicht nur die Keramik des Niederrheins, sondern erlebe sie, wie sie einst entstanden ist – mit den Händen, dem Auge und viel Leidenschaft. Mein Ziel ist es, die alte Töpferkunst des Niederrheins nicht nur zu bewahren, sondern sie auch für andere Menschen spürbar und verständlich zu machen.

 

Entdecken Sie traditionelle Niederrhein-Keramik

Bei Irdenwerk stehe ich mit Leidenschaft für eine Keramiktradition, die weit mehr ist als reines Handwerk – sie ist Ausdruck regionaler Identität, Kultur und Geschichte. Meine Mission ist es, die alte Töpferkunst der Niederrheinischen Irdenware zu bewahren und lebendig weiterzuführen.

Schon seit Jahrhunderten wurden am Niederrhein Tone genutzt, die dank ihrer natürlichen Vorkommen ideal für die Töpferkunst geeignet waren. In der Epoche vom 17. bis 19. Jahrhundert entstand hier eine ganz eigene Form von Irdenware – geprägt durch lokale Rohstoffe, handwerkliche Verfahren und starke Verwurzelung im Alltag der Menschen.

Was macht das Wesen dieser Irdenware aus?

  • Sie verbindet Alltag und Handwerk, denn Teller, Schüsseln und Gefäße dienten längst nicht nur als Gebrauchsobjekte, sondern waren Bestandteil des regionalen Brauchtums – ein Stück Volkskunst des Niederrheins.
  • Charakteristisch ist der lokale Ton, der von den Töpfern vor Ort gewonnen wurde, sowie die dekorative Technik mit Engobe, Ritz-, Sgrafitto- und Malhorndeckor.
  • Und nicht zuletzt spiegelt die Irdenware die Volksfrömmigkeit und das Brauchtum jener Zeit: Reliefierte Motive, religiöse Zeichen und symbolhafte Dekore zeigen, wie eng Glaube, Alltag und Töpferkunst miteinander verwoben waren.

Für mich als gebürtiger Hülser, einem der bekanntesten Töpferorte am Niederrhein, hat dieser Werkstoff und diese Tradition eine große Bedeutung: Es geht nicht nur darum, schöne Keramik zu schaffen, sondern eine kulturelle Spur zu bewahren – eine Verbindung zwischen gestern und heute. Indem ich diese handwerkliche Technik und die regionaltypischen Dekore nutze, möchte ich einen Teil der Geschichte des Niederrheins weitertragen. Tradition bedeutet hier: erkennen, wertschätzen und weitergeben.

Bei Irdenwerk bedeutet das: Jedes Stück wird mit Respekt vor dieser Herkunft, mit Sorgfalt im Handwerk und Bewusstsein für die kulturelle Tiefe gefertigt. Die Niederrheinische Irdenware war einst ein Stück regionaler Volkskunst – ich sehe es als meine Aufgabe, diese Kunstform nicht nur zu erhalten, sondern neue Stücke mit dem Geist dieser Tradition zu schaffen.

Traditionelle Keramikkunst für Ihr Zuhause

Paul Lutz Weynans

Meine exklusiven und individuellen Keramikteller werden nicht im Schnellverfahren, sondern mit sehr viel Liebe zum Detail und traditionell mit Tonengoben, Schlickerbemalung und Ritztechnik gefertigt und verziert. Jeder Teller wird von mir auf der Töpferscheibe handgedreht und nach Ihren Wünschen mit dem Malhorn und Ritztechnik dekoriert. Nach dem Schrühbrand im Töpferofen erhalten alle Keramikobjekte einen zweiten Brand mit einer Bleiglasur, wodurch die ausdrucksstarken Farben, für die das Niederrheinische Töpferhandwerk seit über 300 Jahren berühmt ist, entstehen. Jeder Teller ist ein Unikat und reine Handarbeit, – ein bleibendes
Erinnerungszeichen, welches innerhalb der Familie von Generation zu Generation weiter gegeben.

Bei der Planung und individuellen Gestaltung von Wandtellern erhält der Auftraggeber im
Vorfeld einen mit einer Grafiksoftware gestalteten Entwurf, der den gestalterischen Aufbau und der Anordnung der Dekorelemente auf dem Irdenteller veranschaulichen soll. Grundsätzlich ist aufgrund der Tatsache, dass alle Keramikobjekte vor dem ersten Ofenbrand langsam und gründlich trocknen müssen, eine Produktionszeit von ca. 5-8 Wochen einzuplanen. Es ist eine Anfertigung von Wandtellern mit einem Durchmesser von 20 cm bis 60 cm möglich. Gerne besprechen wir Ihre Wünsche und Vorstellungen für einen Erinnerungsteller persönlich

 

Kunstwerke, die Geschichten erzählen

Erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Paul Lutz Weynans seine Leidenschaft für Töpferei in einzigartige Kunstwerke verwandelt.

Wie die Töpferei Irdenwerk® Tradition und Moderne verbindet.

 Paul Lutz Weynans verwirklich seine kreative Vision indem er dabei traditionelle Techniken mit zeitgenössischem Design vereint.

Kunstvoll geformte Keramik mit individueller Handschrift.

Erfahren Sie, wie die Töpferei Irdenwerk® mit handgefertigten Stücken Qualität und Ästhetik auf einzigartige Weise verbindet.

Einweihung der Erinnerungsstätte am 30.06.2013

Anlässlich der 725-Jahrfeier zum Abschluß des Vertrages von Vinnbrück regte der Kempener Bürgermeisters Karl Hensel den Bau einer Erinnerungsstätte am originalen Ort des Geschehens an. Im Auftrag des Tönisberger Heimatvereins wurde das Vorhaben im Jahre 2013 in enger Abstimmung mit der Stadt Kempen ausgeführt.

Das Relief wurde vom Tönisberger Paul Lutz Weynans mit Keramikplatten aus bleiglasierter Irdenware erstellt. Die farbige Ausführung erfolgte mit Ton-Engoben in Sgraffitto-Ritztechnik. Diese Art der Verzierung von Irdenware hat in Tönisberg eine lange Tradition, die in das 17. Jh. zurück reicht.

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Der Vertrag von Vinnbrück und seine Folgen

Im Zuge des „Limburger Erbfolgestreites“ trafen sich am 16. August des Jahres 1284 der Kölner Erzbischof Siegfried von Westerburg und Graf Reinald I. von Geldern in der Schanze von „Vennebrucke“.

Ausgelöst hatte den Streit Graf Adolph V. von Berg. Er machte Rainald von Geldern die Übertragung des frei gewordenen Limburger Lehens streitig und verbündete sich zur Durchsetzung seines Anspruches mit Herzog Johann von Brabant. Das war ein schwerer Affront gegen den Landesherrn, Erzbischof Siegfried, der diese Lehensübertragung an Graf Rainald befürwortete. Der Erzbischof gewährte dem Grafen von Geldern deshalb seine Rückendeckung im Vertrag von Wanlo (1283), konnte damit aber eine weitere Eskalation der Lage nicht verhindern. So kam es zum Treffen von Vinnbrück, in dessen Verlauf Graf Rainald seinerseits die Verpflichtung übernahm, „Erzbischof Siegfried gegen alle seine Feinde beizustehen“. Das Abkommen ging als Vertrag von Vinnbrück in die Annalen ein. Einen Schlusspunkt in dem Streit setzte die folgenreiche Schlacht von Worringen (1288), in der die Partner von Vinnbrück eine unerwartete Niederlage hinnehmen mussten.

Die große Schanze von Vinnbrück lag an einem strategisch wichtigen Punkt der alten Kölner Heeresstraße. Sie markierte an dieser Stelle zugleich den Grenzübergang zwischen dem damaligen Erzstift Köln und der Grafschaft Geldern. Graf Otto II. von Geldern hatte die unvollendete Befestigungsanlage in der ersten Hälfte des 13.Jh. errichten lassen.