Entdecken Sie ausgewählte Literaturhinweise.
Diese Sammlung bietet umfassende Quellen zur Niederrheinischen Irdenware für Forschung und Interesse.

Döppesbäcker: Die Töpfereien von Glimbach, Gevenich und Körrenzig und ihr Anteil an der Töpfertradition des 17. bis 20. Jahrhunderts zwischen Rhein … Rheinisches Landesmuseum für Volkskunde), Simon Matzerath, 2022, Herausgeber : Nünnerich-Asmus Verlag, 332 Seiten,
- ISBN-10 : 3961761493
- ISBN-13 : 978-396176149
Die vorliegende, reich mit Schwarzweiß- und Farbabbildungen illustrierte Publikation in ausgezeichneter Papier- und Druckqualität beinhaltet die Zusammenstellung von Beiträgen verschiedener Autoren zu einer von der Archäologie lange vernachlässigten Keramikgattung einer Region im Rheinland über die bislang nur sehr wenig wissenschaftlich publiziert wurde. Ein Forschungsstand zu den bleiglasierten Irdenwaren aus den im Rurtal gelegenen Orten Gevenich, Glimbach und Körrenzig war bislang nicht existent. Durch die interdisziplinäre Ausrichtung der Autoren wird ein breites, interessantes Themenspektrum abgedeckt. Die Einleitung erfolgt durch den Leiter des Historischen Museums Saar in Saarbrücken, der gleichzeitig der Herausgeber des Werkes ist. Matzerath erläutert anschaulich die Wiederentdeckung eines rheinischen Töpferzentrums und trägt Fakten zur Geschichte, den Fundstellen und zur Methodik zusammen. Der anschließende Beitrag von Detlef Wilke, Philipp Schulte und Frank Lehmkuhl befasst sich mit der Geologie und Geochemie der Töpfertone in der Niederrheinischen Bucht und erläutert die geologischen Besonderheiten der lokalen Tonvorkommen. Paul Lutz Weynans listet die Geschichte der Keramikforschung für diese Keramikgattung im Rheinland sowie im angrenzenden Maasländischen Gebiet chronologisch auf. Die Genese der bleiglasierten Irdenware vom Mittelalter bis in das 20 Jahrhundert wird komprimiert zusammengefasst und ein Überblick der bislang bekannten Töpferorte zeigt den aktuellen Stand zur Forschung und bislang bekannten Quellenlage. Dekorvergleiche zeigen Verwandtschaft und Unterschiede der Rurtal-Keramik mit den Keramiken der übrigen Töpferregionen zwischen Rhein und Maas. Detlef Wilke und Christian Röser berichten zur Provenienzbestimmung niederrheinischer bleiglasierter Irdenware des 17. bis 19. Jahrhunderts. Die durchgeführte geochemische Identifizierung Glimbacher Keramik wird mit archäologischen Funden aus Alt-Otzenrath verglichen und ausgewertet. Johannes Hubert Sterba erläutert die Neutronenaktivierungsanalyse und statistische Auswertung am Fallbeispiel der Glimbacher Keramik. Die Unterschiede der angewendeten Methodik zeigt die Unterschiede zur Röntgenfluoreszenzanalyse (RFA). Der renommierte Volkskundler Ernst Helmut Segschneider erläutert die Traditionen des lokalen Töpferhandwerkes. Er beschreibt die in Glimbach gefundenen Keramikfragmente aus volkskundlicher Sicht. Es erfolgt eine Einordnung und Beurteilung der Glimbacher Produktionen und Dekore des 17. bis 20. Jahrhunderts mit Vergleichsstücken gleicher Zeitstellung aus anderen Regionen in Deutschland. Hans Joachim Hansen und Simon Matzerath berichten im Beitrag „Pottbecker, Figulus, Döpfner und Co“ über die Genealogie, Namen und Lebensdaten der Glimbacher, Gevenicher und Körrenziger Töpfer. Es erfolgt eine Lokalisierung der Glimbacher Betriebe am Anfang des 19. Jahrhunderts auf Basis von Katasterunterlagen. Den Abschluss bildet die Fotodokumentation von Paul Lutz Weynans über die Formgebung von Keramikschüsseln – und tellern beim Drehen an der Töpferscheibe. Die inzwischen kaum noch bekannten Dekor- und Ziertechniken des Engobierens in Kombination mit Ritz- und Springfederdekor werden anschaulich bebildert. Der vorliegende Band weist eine umfassende Bandbreite auf, sowohl was die Volkskundlichen, Historischen und Wissenschaftlichen Disziplinen anbelangt. Durch Themenübergreifenden Beiträge sowie Vielfalt der wissenschaftlichen Zugänge wird die vorliegende Publikation nicht nur bei archäologisch oder volkskundlich interessierten Lesern auf breites Interesse stoßen.

Keramik vom Niederrhein – Die Irdenware der Düppen- und Pottbäcker zwischen Köln und Kleve, Herausgeber: Joachim Naumann Kölnisches Stadt-Museum, 1988, ISBN: 3927396001
Aus der Erde auf den Tisch – Weggeworfen und Wiedergefunden. 300 Jahre Irdenware vom Niederrhein Broschuere ANI 2009
Begleitbroschüre zur Ausstellung im Museum Burg Linn, Krefeld-Linn, 6. September 2009 bis 18. Oktober 2009, Herausgeber: Arbeitskreis Niederrheinische Irdenware, 2009
Autoren: Dr. Günter Krause, Werner Mellen, Paul Lutz Weynans, Theo Mäschig, Guido Tersteegen, Heinrich Kerstgens, Günter Lemmen, Johannes Janssen, Karl-Heinz Kerkenrath, Hannelore Kerkenrath, Klaus Oerschkes, Lutz Hoffmann, Michael Gey, Rita Liebrand, Leny Bonarius, Truce Soeter.
Inhaltsverzeichnis:
- Aus einer Hülser Pottbäckerwerkstatt des 17. Jahrhunderts
- Tönisberger Irdenware
- Zur Töpfereigeschichte von Schaephuysen
- Bericht aus dem Jahre 1905 über die Schaephuysener Töpferei Pottbeckers
- Der Töpferort Issum
- Der Töpferstandort Sonsbeck
- Der Töpferort Kervenheim
- Bemerkenswerte Bodenfunde Niederrheinischer Irdenware
- Zur Töpfereigeschichte von Gennep
- Fundort De Oude Doelen in Gennep
- Ein Fundkomplex Maasländischer Keramik aus Venlo
- Frühneuzeitliche Irdenwaren eines Bauernhofes in Blerick
Keramik aus Issum – Produkte einer niederrheinischen Töpferwerkstatt von 1691 – 1802, Herausgeber: Guido Tersteegen, Issum 2011 Issum Guido Tersteegen 2011
Inhaltsverzeichnis:
- Issumer Pottbäcker im 18., 19. und 20. Jahrhundert
- Der Fundkomplex Kapellener Straße in Issum Die Bedeutung der Symbole im Dekor der Pottbäckerkeramik Christliche Symbolik
- Durch Federdekor und besondere Wischtechnik erzeugte Verzierungen Durch Ritztechnik erzeugte Verzierungen
- Zum Niedergang eines traditionellen Handwerks im 19. Jahrhundert Fragmente einer Prunkschüssel von 1696

500 Jahre Pottbäckerei in Sonsbeck: Beiträge zur Sozial-, Wirtschafts- und Kulturgeschichte eines lokalen Handwerks,
von Michael Knieriem (Autor), Ernst Helmut Segschneider (Autor), 2014
Die ehemals klevische Stadt Sonsbeck blickt auf eine 500-jährige Tradition des Töpferhandwerks zurück. In Sonsbecks unmittelbarer Umgebung gibt es natürliche und leicht abbaubare Tonvorkommen. Die Blütezeit des Gewerbes lag in der Mitte des 18. Jahrhunderts. Der überwiegende Teil der Sonsbecker Produktion wurde als Massenware in den Niederlanden abgesetzt. Eine sorgfältige Analyse eines Geschäftsbuchs aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gibt Auskunft über Kaufverhalten, Produktion, Absatz und den Alltag einer kleinen Töpferwerkstatt. Die mitabgedruckten Quellen lassen die städtischen und staatlichen Eingriffe, die wirtschaftliche Situation und Lebensbedingungen der Pottbäcker deutlich aufscheinen. Eine neu zugeordnete und wohl begründete Aufstellung der Sonsbecker Schau- und Prunkschüsseln made in Sonsbeck beschließt den Band.


